Der kleine Mewes, hineingeboren in eine traditionelle Fischerfamilie aus Finkenwerder. Aufgewachsen mit Bruder und Schwester in Hamburg Eilbek. Vater war im Hamburger Hafen eine Größe und Mutter Krankenschwester. So wurde der Aufschwung in den 60iger Jahren angegangen.


Als 8-jähriger Knirps hatte ich eine Begegnung mit einem Kapitän aus Norwegen an Bord im Hamburger Hafen, wodurch mein Berufstraum entstand. Davon ließ ich mich auch nicht mehr abbringen. Und wenn Sie die ganze Geschichte gelesen haben, dann wissen Sie, warum meine Mutter meinen Vater beim sonntäglichen Frühstück sorgenvoll fragte: „Was soll denn aus dem Jungen nur werden?“ und ich meinen Eltern erklärte, dass ich Kapitän werden wolle. Rums, das saß. Muttern schluckte. Im Stillen dachten sie sich wohl, da haben wir noch viel Zeit, das vergeht. Aber Irrtum. Es ist so geschehen, zäh habe ich diesen Weg verfolgt.

Paul & Annegret, unsere Eltern. Haben allerhand mit uns erlebt.

Unser "Chef" und seine Annegret haben mich immer unterstützt!


Ja, so etwas gibt es. Mein Freund Volker und ich, wollten das werden, was wir schon in der 2. Klasse wussten: 


er Arzt und ich Kapitän!


Also Ziel ansteuern, klar, nicht ohne Schwierigkeiten, aber die Herausforderungen wurden angenommen. Meine erste wirkliche Seereise, harte Ausbildungszeiten, fahren bei der Hamburg-Süd, einer der besten Reedereien Deutschlands. Schließlich auf mein „Traumschiff“, die CAP SAN MARCO. Für mich begann die schönste Zeit an Bord, bis heute. Wieso fragen Sie? Lesen Sie meine Entwicklung bis hin zum Kapitän, eine „Zeitzeugenreise“. Ich nehme Sie mit als Passagier, auf meiner Schulter sitzend, wie ein Papagei. Es wird interessant, ich will aber jetzt nicht zu viel vorwegnehmen, was sich so alles getan hat.


Aber wie war das denn nun mit dem Buch? Wieso überhaupt? Wie oder was hat mich dazu bewegt, es einmal als Autor zu versuchen? Sie sehen oben eine (verkürzte) Nachricht. Das war eigentlich der "offizielle Start" für mich, um überhaupt darüber nachzudenken, meine bisherigen Aufzeichnungen, Erlebnisse und was mir das Leben so alles geboten hatte, vielleicht einmal als Buch in den Fingern zu haben.


Wie war das denn damals? Ich „schipperte“ um die Jahrtausendwende über die Weltmeere, hatte, wie alle anderen Kapitäne auch, meine verschiedenen Aufzeichnungen, Erfahrungen, Vorkommnissen und Erlebnissen in eine Kladde, eine Art Tagebuch, geschrieben. Nicht nur einmal halfen mir diese Notizen nach einer Reise, der Reederei auf all ihre Fragen die sachlichen Antworten zu geben, Vorfälle zu (er-)klären. So hatten mir das vorbildliche Kapitäne der Hamburg-Süd beigebracht.


Ich hatte das Buch „Die Macht der Freiheit“ von Hans-Olaf Henkel gelesen. In diesem Buch hatte er extra um einen Austausch gebeten, und dafür eine E-Mail-Adresse angegeben. Also habe ich ihm geschrieben. Tja, und dann kam eben seine Nachricht im Juli 2001 mit „Versuchen Sie es doch einmal“. So fing es an. Immer wenn ich nachts nicht schlafen konnte, setzte ich mich an meinen Computer mit amerikanischer Tastatur, „hackte“ die verschiedensten Dinge (Teile des Buches) hinein und speicherte zuerst alles auf einer Diskette, später den USB-Stick. Zunächst einmal nur für mich, immer mit Datum, Uhrzeit und der Ortsbestimmung dazu. Glauben Sie mir, manches Mal kam ich während der Fahrt so richtig in Fahrt. In dieser Zeit, es war auf der HEIDELBERG EXPRESS, begann ich auch, mich intensiver mit meinem „Traumberuf“ zu beschäftigen, die Entwicklungen und Veränderungen inbegriffen.


Das war der Grundstock zu meiner Geschichte, ohne damals zu ahnen, was daraus einmal werden sollte, bzw. geworden ist. Jetzt in der Zeit des „richtigen“ Schreibens, erinnerte ich mich wieder an die beschriebenen Vorfälle. Es gibt wesentlich mehr davon, aber dann würde der „Schinken“ zu fett, zu dick werden.


Neben vielen Erlebnissen, versuche ich verständlich zu beschreiben, wie mein Traum unter die Räder kam und bewusst dahin getrieben wurde. Ich nahm rege an Treffen der Berufsgremien teil, war und bin Mitglied in nautischen Vereinen, um mich, bis heute, für uns Seeleute einzubringen.


In meinem Buch schildere ich keine Hafenrundfahrt in Hamburg, ich belüge oder betrüge Sie nicht und tische kein Seemannsgarn auf. Ich meine es ehrlich. Es soll u.a. denjenigen Menschen die Augen öffnen, die es auch so machen wollen wie ich, ihren Traum leben, die mich aber fragen:


„Kann ich noch Kapitän werden?“


Wie mein Traumberuf endete? Im Buch beschreibe ich es. Nur soviel vorab, ich habe meinen Traum vor kurzem beendet, ausgeträumt. 


Mein Traum ist nur ein Beispiel und mittlerweile zeigt er für viele Berufe Parallelitäten auf. Der damit mögliche, verbundene Verlust von Know How, innerhalb der EU und gerade auch hier und heute in Deutschland, wird dramatisch deutlicher.

Schauen Sie sich um, vergleichen Sie.

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